Vor kurzem ist meine Mutter gestorben.
Sie liegt jetzt nicht weit von meiner Wohnung begraben.
An Wochenenden, wenn das Wetter es erlaubt, jogge ich an ihr Grab.
Der Friedhof ist sehr groß, mit Kieswegen durchzogen.
Grabsteine feilschen um meine Aufmerksamkeit.
Heute kreuzten drei alte Damen meinen Weg.
Drei Mäntel, zwei Pelze, ein rötlich samtner Stoff.
Eine humpelt. Falten durchziehen die Gesichter, sie reden.
Die Steine knirschen unter ihren Füßen.
Würde man ihren Lebensaft zusammenschütten, so käme sicher kein ganzes mehr zustande.
Sie haben Würde, aber ich muss denken, ob sie ihre Schlüpfer angegelbt haben.
Ich erinnere mich an eine alte Dame, die im HL-Markt einen Schuss Scheiße verlor.
Der Klecks lag am Boden, sie holte ein Stofftachenstuch aus der Handtasche und wischte die Spur des Alters auf.
Der beschmierte Lappen landete wieder in der Handtasche.
Ein schneller geschickter Akt, von mir fein säuberlich beobachtet.
Im Grab verwest meine Mutter.
Die Schlüpfer meiner Mutter waren sauber, als sie entschlief.
Beim Ankleiden für den Sarg habe ich es genau gesehen.
Sie hat mir den Ekel erspart.
Die drei Damen nicht.
Trotz der schönen Mäntel.